A & O

Tag 5

16:09

 ..und zum ersten Mal seit Ewigkeiten habe ich gut geschlafen. Durchgeschlafen (fast) und vorallen, tief. Mein Traum war sehr wirr und kalt. Ich war ständig einkaufen weil ich dauernd was vergessen hatte, aber es schien als würde ich tausend Dinge erleben wenn ich wo ankomme, ich weiß auch nicht. Ich möchte mich nicht drauf konzentrieren und deshalb fällt es mir schwer es richtig wiederzugeben.
Wach bin ich übrigens schon viel länger. Aber ich habe gerade ergänzt, was ich gestern unmöglich hätte schreiben können und was ich vorgestern nicht konnte. Und nun liege ich auf meinem Bett, denke an dich, denke denke denke denke an dich, ständig, immer wieder, vermisse dich und nichts kann ich ändern. 
Ich warte gerade darauf, dass irgendwas passiert, dass mir irgendwer schreibt, dass irgendwer was von mir möchte, damit ich weiß, was ich tun soll. Als wüsste ich das alleine nicht. Und so ist es ja auch.

Warum musst du weg sein. Ich möchte mir das eigentlich gar nicht eingestehen, aber es verletzt mich so dermaßen dass du dir das selbst ausgesucht hast. Du möchtest weg sein. Möchtest bei Enny sein um das Gefühl zu haben das richtige zu tun, meine Worte lesen und dennoch nicht mit mir schreiben. Dein dich Verabschieden, mit soviel Nachdruck die Zeit in der ich dir schreibe ist vorbei, jetzt kommt wieder mein richtiges Leben, belästige mich nicht weiter. Es ist zum verrückt werden, was ich alles zulasse. Verrückt, dass ich das alles ertrage. Dabei tue ich das gar nicht.
Aber ich habe keine Wahl. Nie.

4:28

Loyalität existiert nicht. Das habe ich auf jeden Fall gelernt.
Wenn es drauf ankommt, ist niemand da.

Tag 4

Ich weiß nicht, ob es so schlau wäre heute absolut ehrlich zu sein. Es gibt so viele Dinge die du nicht verstehen kannst, die du nie erlebt hast und die viel mit hier zutun haben. Für dich wird das alles nur wie ein Picknick wirken, dabei war es so verdammt viel mehr. Ehrlich gesagt habe ich gerade zum ersten Mal das Gefühl, dass du mich nicht akzeptieren kannst wie ich bin. Dafür mache ich viel zu viele Dinge die du nicht tolerierst, nicht verstehen möchtest. Dieses Gefühl verletzt mich gerade, wo ich dich doch komplett so akzeptiere, wie du bist. Ich habe noch nie so eine Lücke zwischen uns gefühlt. Aber ich hab dir am Anfang gesagt, dass es ein Tagebuch ist. Ich berichte also von fast alles. 

Anna Andy und ich. Haben vor ner Weile ein Picknick am Baggersee geplant, da wo es so schön war und ich dir Bilder geschickt habe. Nun muss ich dir wieder etwas sagen, was dir überhaupt nicht gefallen wird. Wir haben uns den Ort nicht zufällig ausgesucht und unsere eigentliche Absicht war auch nicht das Picknick. An dieser Stelle muss ich dir vielleicht erklären, dass das bei uns nicht so läuft, dass wir gerne nicht mehr ganz frisch im Kopf sind durch gewisse Einflüsse, sondern dass wir das ganz bewusst deshalb tun, weil wir wissen dass wir unsere Umgebung ganz anders wahrnehmen. Keine Wirklichkeitsverneinung und Gedächtnisschwund. Sondern ganz bewusstes Wahrnehmen der Wirklichkeit, ich würde sogar sagen eine enorme Intensivierung. Das wirst du nicht glauben, den Kopf schütteln, dich ärgern. Gewiss wirst du das. Aber ich habe nichts vom Lügen. Ich sage dir nur wies ist.
Ich kann dir auch unmöglich die Wirkung beschreiben. Das ist übrigens nichts was du kennst, das kennt gewiss auch nicht Enny. Auch wenn sie deiner Meinung nach schon alles durch hat. Naja. Ich erzähl mal weiter.
Wir haben uns da also getroffen und dann hat mir Andy mitgeteilt dass Maria sich mit ihm treffen möchte und ob er ihr sagen soll was wir tun. Mir war das relativ gleichgültig weil ich dachte sie sagt wie immer in letzter Sekunde ab. Hat sie nicht. Andy hat sie vom Bahnhof abgeholt und sie ist dann zu uns gekommen. 
Es war übrigens schon relativ spät. Ca halb 5. Spät, weil es ungefähr 6h+ wirkt. Wir hatten uns ursprünglich um 2 verabredet, aber sowas funktioniert eh nie wies soll.
Ich weiß gar nicht was ich dir da beschreiben soll. Wie schön der Baggersee einfach aussah, wie die Wasseroberfläche gespiegelt hat, wie die Sterne sichtbar wurden und wir lagen da und haben nur den Himmel betrachtet, der eingerahmt wurde von den Ästen der Bäume über uns. Es war absolut schön. Ich habe Kerzen mitgenommen, die ich im Boden verbuddelt habe, wir hatten Musik am laufen, haben genug zu essen und zu trinken und zum rauchen da gehabt. Ab und an ist immer einer aufgestanden und kurz spazieren. Es war heftig schön.
So habe ich gestern also genau das gemacht, was ich mit dir machen wollte. Nachts am Wasser mit Sternen und angenehm warmen Wind (im Oktober!). Ich wünschte auch, du wärst da gewesen statt Andy Anna und Maria. Ich habe das Gefühl, das schönste was ich mir hätte vorstellen können und ich konnte die Schönheit einfach nicht begreifen, die uns da umgab, wurde kaputt gemacht, so dermaßen respektlos behandelt. Ich war traurig und überwältigt zugleich. Wenn du da gewesen wärst wäre ich gewiss vor Glück explodiert. Aber da war Andy mit Maria, nonstop am kuscheln (unter meiner Decke) und Anna die irgendwie immer überall n Harry Potter Vergleich findet und diese Welt nicht so bewusst wahrnahm. Ich habe mich ziemlich allein gefühlt. Und dennoch kann ich nicht sagen dass es ein schlechter Tag war. Es ist fast unmöglich, wenn ich an das Wasser, die Bäume und die Vögel denke. Es war so schön. Aber nicht so wie ich das wollte.
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Es war nicht mal 10, obwohl es uns vorkam als wären 20 Stunden rum, da sind wir wieder los, zu mir. Die Stadt war plötzlich wie ein Meer aus Erinnerungen und Anna wollte, nachdem wir an meinem Kindergarten vorbeigelaufen waren, dass ich ihr unser altes Haus zeige. Andy war zu dem Zeitpunkt nicht da, der war der einzige mit Fahrrad und ist eben zur Tankstelle weil er keine Zigaretten mehr hatte. Also sind Maria Anna und ich zu meinem alten Haus gelaufen. Da hat Maria dann Andys Kekse, die sie trug, auf der ganzen Straße verteilt. Ausversehen. Aber es hat sich dennoch an angefühlt, als hätte sie meine Kindheit beschmutzt. Naja. Dann sind wir also zu mir, es war halb 11. Nur kurz. Haben unsere Sachen da gelassen, Andy war wieder da und wir sind raus an den Waldrand und saßen da nochmal. Du wirst dich fragen was wir die ganze Zeit sitzend gemacht haben, aber ich weiß wirklich nicht wie ich das beschreiben soll, wir reden und es ist so lustig, oh gott ich hab so gelacht. Wir lagen da alle 4 und haben wieder die Sterne beobachtet, haben Sternschnuppen gesehen und es war schön. Bis um 1 war es das. Dann wollte ich nach Hause, Anna (die komplett nüchtern war, weil sie, wie gesagt nicht kiffen kann, die Wirkung vom anderen weg war und A+M und ich ständig was danach geraucht hatten) hat Andy und Maria zu Andy gefahren, weil Maria natürlich nicht mehr mit der Bahn fahren konnte. Sie ist heim, ich bin heim. Vorallem müde. 

Tag 3

0:22
Ich habe heute so ewig viel erlebt.

Ich schlafe erst mal von Nacht zu Nacht schlechter. War von 2 ca bis um halb 6 (morgens) wach, nachdem ich gestern so früh schlafen bin. Dann aufgewacht, so gegen 1, gefrühstückt. Andy hat mich gefragt ob wir ne Fahrradtour machen, er wüsste da einen schönen Ort. Gesagt, getan. Wir sind also los und es war schon ein wenig anstrengend, ich bin es überhaupt nicht mehr gewohnt gewesen, Fahrrad zu fahren. Musste mir auch das von Mutti ausleihen. Jedenfalls kamen wir dann am Rhein an, irgendwo 9km weiter nördlich. 


Und jetzt kann ich nicht weiterschreiben. Nicht wenn du mir schreibst.

….da saßen wir dann eine Weile und haben das Wasser betrachtet. Habe dir wieder ewig viele Bilder gemacht, eins werde ich hochladen, ich schau gleich mal welches.
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natürlich war der Rhein nicht so gebogen. Anders gehen Panoramabilder irgendwie nicht. Aber dafür beschreibt es perfekt meinen Blickwinkel. Wir saßen da also, haben geredet und ich noch, Andy die Sonne geht unter und wir müssen durch den Wald und er hey kein Stress ist doch noch ewig hell. Wars aber natürlich nicht. Drei Minuten bevor die Sonne weg war haben wir unser Zeug gepackt und sind los. Um festzustellen dass mein Licht nicht geht. Wir sind auch erst nur durch den stockdunklen Wald gelaufen, weil da kein Weg war, waren nur Steine und Pfützen. Irgendwann als wir am richtigen Weg waren sind wir dann wieder gefahren und es war unglaublich schön. Man hat nichts gesehen und wir haben uns mega die Geschichten ausgedacht, wir sind dann wieder ein Stück gelaufen, blieben auch mal stehen und haben es so genossen, dass es so schön ist im Wald. Als wir in Wörth angekommen sind hat mich Anna angerufen und gemeint sie wäre in Wörth, ob wir uns noch treffen. Ja, dann bin ich also heim geradelt und habe mich mit Andy und Anna nochmal in meinem Wald getroffen um da nochmal spazieren zu gehen. Es war richtig schön.
In solchen Momenten liebe ich mein Leben.

Tag 2

22:42
Ich bin müde. Habe ewig lange geschlafen, bis um 3. Und mich dann mit Andy am Rhein getroffen. Wir sind heute sehr lang spazieren gewesen, sind noch nie so weit gelaufen. Ich wusste nicht mal, dass es da noch weiter lang geht..
Hast du dich jemals gefragt, warum Menschen Kinder bekommen? Haben heute über soviel diskutiert. Mir wurde sogar eine negative Sichtweise vorgeworfen. Ich weiß nicht ob das stimmt, oder ob ich einfach nicht richtig erklären kann, was ich meine. 

Ich frage mich, ob du den Brief erhalten hast. Ich habe das Gefühl, dass ist nicht der Fall. Aber wer weiß das schon.

Mir geht gerade soviel durch den Kopf und ich wiederhole mich dauernd mit den Sätzen. Mir ist nicht danach irgendwas zu schreiben oder zu erklären. 
Vielleicht versuche ich mal zu schlafen. 

Mir fallen schon die Augen zu.

Tag 1

14:34
Es ist eigentlich noch viel zu früh zum schreiben. Aber mir ist gerade danach. 
Ich habe mir gerade eine Uhr gekauft!:
imageIch weiß, ich bin verrückt dass ich soviel unnötiges Geld für ne Uhr ausgebe. Aber sie gefällt mir irgendwie. Ich glaube übrigens auch, dass ich dir das nur deshalb mitteile, weil ich die Vorstellung liebe, wie du dich aufregst. Zusätzlich sogar noch zwei Charms:

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23:12
Und kaum hatte ich die Bilder hochgeladen, rief auch schon Mama nach mir. Wir waren gemeinsam in der Stadt. Ich habe mir keine weiteren Charms gekauft (Uhr und die beiden sind bestellt). 
Ich habe die Nacht heute unfassbar schlecht geschlafen. Ich lag 4 Stunden da und habe 2 davon überlegt ob man vor einer Blutabnahme rauchen darf (bis ich es irgendwann einfach getan habe) und ansonsten musste ich mich irgendwie dazu zwingen zu schlafen. Ungewöhnlich so früh aufstehen zu müssen. Es hat dann tatsächlich gegen halb 4 dank AT geklappt, darauf bin ich aber nur durch dich gekommen. Ich habe mich gefragt wie du mir helfen würdest.
Ich habe deinen Brief abgeschickt. Ich hoffe er kommt an. Ich habe einfach irgendeine Briefmarke draufgeklebt.
Weiter an meiner Socke gehäkelt. Schon wieder bei the body shop Geld ausgegeben. Bei Starbucks einen Frappuccino ohne Kaffee getrunken denn der Typ war da anscheinend neu und hat nur Milch mit Karamell und Haselnusssirup gemacht.. und ich habe nichts gesagt weil ich das auch mal interessant fand. Ich habe dir ca 41241536322 Bilder gemacht, weiß aber gerade nicht ob ich sie dir zeigen soll. So wichtig ist das alles gar nicht. Eigentlich ist nichts wichtig.
Ich frage mich, woher ich eigentlich jemals wissen soll ob du das hier überhaupt liest. Was ist wenn der Brief nicht ankommt? Andererseits, macht das einen Unterschied. Ich werde nie wissen wann du liest.

Ich habe heute einen Arbeitsvertrag zugeschickt bekommen. Möchte Regale einräumen, 0815 Nebenjob. Aber ich habe echt keine Ahnung wie man sowas ausfüllt. Da fehlen Angaben, die kann ich nicht wissen. Woher soll ich denn wissen wie ich bezahlt werde, wenn ich einfach nur eine Nummer angerufen habe um zu sagen, “jo ich will den Job, denn die eine, die ich nicht kenne, aber die Mutter von Anna schon, die hört auf und an deren Stelle will ich hier nun anfangen”? Ich habe keine Ahnung.

Der Hormonenarzt hat mir sowas mega ekliges aufgetragen. Ein 24 Pipitest. Am Ende wird gewiss gar nichts rauskommen und ich mach den ganzen Mist umsonst mit. Mein Arm ist ganz blau, die Dame heute morgen war sehr unsanft, die hat die Nadel richtig reingerammt, wundert mich dass sie überhaupt getroffen hat..

Ich klinge gewiss furchtbar. Dabei war der Tag ziemlich gut. Ich habe so oft an dich gedacht. Ständig, immerzu. Überall ist mir was eingefallen. Es fühlt sich ganz merkwürdig an, wenn ich daran denke, dass wir erst gestern morgens noch miteinander geschrieben haben. Es kommt mir vor, als wärst du seit Jahren weg. Ungelogen Jahren.

Morgen ist wieder Freitag. Ich frage mich, ob du morgen zu deinem Opa gehst und dort den Brief bekommst. Diesmal wird deine Mama sagen können, von wem er ist.
Mir fehlt deine Stimme so. Diese ganz besondere Stimme, wenn du nicht so brummig klingst sondern sie klar und ruhig ist. Ich weiß nicht wie du es schaffst so wunderschön zu klingen. Ich muss mir nur vorstellen wie du etwas mit dieser Stimme sagst und bekomme Gänsehaut. Ich wünschte ich hätte all unsere Gespräche aufgenommen, einfach nur um dich hören zu können. 

Ich weiß noch, wie du mir vor ungefähr einem Jahr verraten hast wie du wirklich heißt. Wie ungewöhnlich mir der Name vorkam und wie schnell mein Interesse deiner ‘richtigen’ Persönlichkeit galt. Ich wollte sofort alles wissen. Wie ein Mensch ist, der so heißt. Ein Jahr ist das her. Wer hätte gedacht, dass ich ein Jahr später wieder auf dich verzichten muss. Ich frage mich, ob ich jemals den Geruch deiner Haare kennenlernen werde, ob wir jemals nebeneinander aufwachen und darüber streiten wer von uns beiden Frühstück macht, wie das sein wird, wenn wir beide losziehen um Muffin zu finden und ich weiß, wir werden sie sehen und uns denken, das ist sie, das muss sie sein. Vielleicht lasse ich mich irgendwann doch zu einem Frettchen, Otter oder Äffchen überreden, wer weiß was für ein Tier Mr Krawtuschke sein wird.

Ich möchte das, möchte dich, möchte uns so sehr.

“we wish, we wish and all we do is wait
and we hope, we hope but never do we pray
cause we know, there’s not much to say”

Tag 0 (15.10.14)

Ich hoffe inständig, du lässt dich hierbei nicht erwischen.

Ja. Womit fange ich an. 
Weisst du noch, gestern habe ich dir gesagt, dass ich heute morgen einen Blutabnahmetermin habe. Hatte ich auch. Einen Kortison Bremstest sollte ich machen. Dafür nimmt man am Vorabend 2 Tabletten künstliches Kortison ein und irgendwie messen die dann am nächsten Morgen im Blut nach, ob die Nebenniere richtig Kortison produziert. Nun habe ich Dussel gestern 1 1/2h lang nach diesem Zettel (auf dessen Rückseite die Tabletten geklebt waren):
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gesucht und nicht gefunden. Deshalb habe ich dir gesagt, dass du doch anrufen kannst. Weil ich heute morgen da angerufen und bescheid gesagt habe, dass ich die verloren hab. Tja. Und eben nach meinem Mittagsschläfchen weckte mich Mama mit Kaffee. Und dann haben wir gemeinsam nochmal gesucht. Ich hatte vor drei Tagen erst mein Zimmer aufgeräumt, davon merkt man gerade nichts. Jedenfalls habe ich gestern auch nach Kontaktlinsen gesucht und ein Kosmetiktäschchen aus der Kommode auf die Kommode getan. Mutti hebt eben das besagte Täschchen hoch und was ist? Da ist der Zettel. Es ist unglaublich wie dumm ich bin. So eine einfache Stelle. Aber ja. Jetzt habe ich mir die 6€ fürs Bahnticket gespart (hätte ja neue Tabletten abholen müssen wenn ich diese nicht gefunden hätte). Nun fahre ich also morgen da hin. 8:20.
Ich habe eben deine Post fertig gebastelt. Diesmal habe ich tatsächlich den Umschlag genommen mit dem die Hülle ankam. Eigentlich könnte ich jetzt noch zur Post und er würde morgen ankommen. Aber so eilig ist das nicht mehr. Ich möchte auch schon was geschrieben haben bevor du die Seite entdeckst. Ich hoffe wirklich du lässt dich nicht erwischen. Ich weiß auch noch gar nicht, ob das hier so ne gute Idee ist, wenn sie alles nachlesen könnte was ich dir so mitteile.
Aber was habe ich noch zu verlieren.
Ich habe wirklich sehr viel geträumt heute Nacht. Und hey, das hier ist doch mein Tagebuch, also darf ich schreiben was ich möchte. Auch wenn es dich verärgern könnte. Schreiben wir also die Wahrheit.
Ich war gestern nicht ganz nüchtern. Als du mir geschrieben hast aber schon, keine Panik. Davor. Habe mich mit Andy getroffen, der übrigens gerade krank ist (wahrscheinlich wegen mir) und ja. Ich habe vor kurzem das Bong rauchen für mich entdeckt. Ich weiß nicht ob du das kennst oder jemals gemacht hast. Das wirkt jedenfalls sehr viel intensiver und gestern habe ich festgestellt dass es dann auch mit nem Joint krasser wirkt. Also, nach einer Bongerfahrung. Die hat Simone übrigens Anna zum Geburtstag geschenkt, weil die nicht rauchen kann und nie was von dem ganzen hat. Ja. Und sie hat mir die ausgeliehen.
Ich genieße das in letzter Zeit. Wie eine Auszeit von mir selbst. Und gerade jetzt werde ich das wohl auch öfter tun als dir lieb sein wird. Sei mir nicht böse. Irgendwie muss ich das ertragen.
Jedenfalls, warum erzähle ich dir das. Weil man normalerweise bekifft (ich hasse dieses Wort) nicht träumt. Kenne niemanden der so träumt. Ich tue das sehr wohl. Sehr sehr lange, wirre Träume sind das, aber meist erinnere ich mich nicht mehr ganz dran. So auch ein Traum, der Traum von heute Nacht, an den ich mich am intensivsten erinnere. 
Wir waren in einem Gebäude. Verlassen, eher eine Ruine. Du standest am Fenster und hast nichts gesagt. Es war dunkel, aber von irgendwo kam ein schwaches Licht. Du hast rausgeschaut, ausdruckslos, wie eine leere Hülle standest du da. Und ich ein Stück weiter weg, habe dich beobachtet. Du wusstest, dass ich da bin. Aber du hast auf nichts reagiert. Nicht dass ich irgendwas gemacht hätte. Ich habe dich einfach nur betrachtet. Du warst so schön, wie du da standest. Auch wenn du mir angst gemacht hast. Irgendwann hast du dich umgedreht und mich ganz leer angesehen. An mehr erinnere ich mich nicht. Aber mir hat der Traum viel gegeben. Ich wusste dass du nicht anrufen wirst. Ich wusste auch dass wir das nicht nochmal verschieben können. Auch wenn ich so gerne deine Stimme gehört hätte, so gerne ein letztes Mal.
Es ist merkwürdig, dass du mich blockierst.
Alles ist merkwürdig.

Du hast gesagt, dass du mich liebst. Du mich. M + Y.

Ich weiß überhaupt nicht wie ich mit diesen Worten umgehen soll.
Heute stand kein ich denke vornedran. Diesmal war es nicht umformuliert, mit und das Mädchen, was den Jungen spielt verliebt sich in das Mädchen. 
Wort für Wort. Ich liebe dich.

Hach.
Ich werde nun mein Zimmer wieder aufräumen. Die Bücher vom Fenster wegnehmen. Es wird Zeit. Wenn sich doch alles ändert, sollte ich nicht immer alles lassen wie es ist. Veränderungen müssen doch auch sichtbar sein. Nicht wahr?




Edit: 22:56 Uhr

Diesmal hat es funktioniert, mit den Tabletten. Morgen möchte ich wieder Charms kaufen und habe deshalb mein Pandoraarmband mal wieder rausgepackt. In letzter Zeit nervt es mich so, dass das Leder die Feuchtigkeit (logischerweise) nicht so gut verträgt, möchte das nicht.
Ich weiß nicht genau, ob das hier so ne gute Idee war. Es macht mich irgendwie traurig. Aber so kann ich mich dir wenigstens mitteilen. 
Es ist merkwürdig von dir blockiert zu werden. Ich frage mich, wann ich wieder von dir hören werde. Welche Überschrift der Text an jenem Tag tragen wird. Du fehlst mir. Umso mehr, wenn ich weiß, dass ich keine Ahnung habe wie lang das noch geht. 
Bitte bitte bitte, lass dich nie auf dieser Seite erwischen. Ja? Pass gut auf, bitte.
Hach.
Mein Zimmer ist nun zur Hälfte aufgeräumt, die Bücher von der Fensterbank auf die Kommode gezogen. Ich mach dir morgen Bilder. Schicke morgen auch deinen Brief ab. Ich hoffe die Hülle ist okay. Mir gefällt nicht dass sie nicht ganz transparent ist, aber ich hoffe einfach mal es fällt nicht so auf, dadurch dass das Handy weiß ist. Ich habe in letzter Zeit oft überlegt, ob ich dein T-Shirt zurückschicke. Ich bin gerade so froh, dass ich es nicht getan habe.
Übrigens habe ich dich eben kurz gestalkt. :D Mit Mamas Handy. Es ist seltsam zu sehen dass du online bist (21:07 glaub ich) und dir nicht schreiben zu können. Es geht einfach nicht. Es gibt so viel was ich dir schreiben könnte. Aber es fällt mir gerade sehr schwer. Du bist wieder weg. 
Ich hasse Enny übrigens für ihr C <3.  Sie weiß dich nicht zu schätzen. Kein bisschen. Ich würde ihr so gerne schreiben, so furchtbar gerne, was für ein Miststück sie ist, dass sie das schreibt. Denk darüber was du willst. Ich finde es so taktlos von ihr, ganz gleich wie sie das meint. Als ginge sie davon aus, dass du ganz selbstverständlich ihr gehörst und sie des weiteren tun und lassen kann was sie will. Diese Arroganz macht mich rasend. Aber wozu rege ich mich auf. Wenn ich ihr schreibe, bringe ich nur dich in Schwierigkeiten. (übrigens finde ich auch dieses wunder punkt Wortspiel bescheuert)
Ich muss eigentlich schlafen. Es ist gleich halb.. Mitternacht. Wie sagt man das denn? Halb 0 Uhr, halb 24 Uhr, klingt doch alles bescheuert. Ach was weiß ich.

Du fehlst mir so. So so sehr.

Stillschweigend

Ja ich bereue noch immer. Ich kann noch nicht verzeihen. Nicht komplett so tun als ob nie was war. Ich bewundere wie du mit dieser Situation des Vertrauensbruchs umgehst. Ich würde mir an deiner Stelle gar nichts mehr glauben.

Es war immer nur meine Hoffnung, dass du noch ein paar Worte für mich übrig hast, die nicht nur aus Hass und Leid bestehen. Aber dass du nun fast normal mit mir umgehst, das ist so unreell.

Ich lese deine Worte und sie berühren mich so tief. Ich vermisse deine Worte. Ich vermisse die Dramatik, die Wortgewandtheit, die stillen und lauten Worte. Ich vermisse deine Art Dinge zu umschreiben. Ich vermisse wie du Menschen und Situationen umschreibst. Vermisse es, wie du mich neugierig gemacht hast und ich vermisse, dass ich nur noch so verdammt wenige Teile deines Lebens mit verfolgen kann. Ich habe so viele Fragen und komme doch nie dazu sie zu stellen.

Und ich vermisse es dir zu erzählen. Deine Fragen und Belustigungen. Es wiegt schwer.

Hier läuft etwas schief. Ich spüre gerade gewaltig, dass ich das erste Mal im Leben den falschen Weg gegangen bin. Eine Abbiegung zu früh, bei der Kreuzung nicht geradeaus. Was weiß ich. Ich befinde mich in der Schwebe.

Ich hätte nie gehen dürfen. Hätte alles aufklären müssen, lange vorher. Dann wäre ich jetzt nicht dort wo ich bin. Ich befinde mich in einer Situation aus der ich nicht einfach verschwinden kann. Ich möchte, dass du verstehst, ich würde, wenn ich könnte. Doch muss ich abwiegen. Wenn ich das tue, was passiert dann. Wenn ich jenes nicht tue, wo endet es dann. Es ist alles andere als leicht. Du musst das nicht verstehen, ich möchte dir damit nur sagen, dass ich mir die Situation gerade auch anders wünsche. Eher ein bisschen wie du. Vielleicht.

Ja ein Abschluss wäre vielleicht besser. Damit du weitergehen kannst. Ich halte dich auf. Ich möchte dich nicht aufhalten. Ich möchte, dass du ziehst, entdeckst, entdeckt wirst. Du sollst Leben und nicht festgekettet sein.

Es wäre das Beste für dich, dass wissen wir beide. Auch wenn es mir nicht gefällt und dir auch nicht. Aber das können wir nicht leugnen. Doch ich entscheide nicht für dich. Das habe ich bereits gelernt.

Ich weiß nur, dass du bei mir der Teil bist und warst, der immer gefehlt hat. Und irgendwann hat es sich komplett angefühlt.

Mir gefällt nicht, wie pessimistisch du über uns, dich und mich denkst. Ich weiß, für dich ist die Situation wesentlich schlimmer. Du hast viel mehr Zeit zum nachdenken. Viel mehr Zeit alles fühlen zu können. Und ich habe die Möglichkeit alles zu verdrängen.  Aber an eins glaube ich jeden Tag. In der Zukunft gibt es ein wir. Dort gibt es ein uns. Ich will und kann nicht glauben, dass wir aufhören zu existieren.

Weißt du, seit ich fortging, fehlt mir jegliche Kreativität. Ich schreibe nicht mehr, finde keine spannenden Denkthemen, kann nicht diskutieren und vor allem finde ich keine Vergleiche mehr. Ich drücke mich nicht mehr gewählt aus und mache mehr Fehler denn je. Und nun frage ich mich, ob ich das alles nur hatte, weil du dort warst. Du scheinst mir so viele Dinge vermittelt zu haben ohne es zu bemerken.

Möchte zurückkehren, all das was dort war packen und mit hierher nehmen.

Versteh bitte, ich versuche mir irgendwie Zeit zu nehmen dir Aufmerksamkeit zu schenken, aber ich weiß doch nicht einmal mehr, wann ich das letzte Mal nichts tun musste.

Ich möchte mich bei dir beschweren können, möchte sorgen loslassen und ängste freilassen.  Möchte dir von meinem Leben berichten von all den banalen und spannenden Dingen. Aber es fühlt sich so an als hätte ich darauf keinen Anspruch. Und wieso sollte ich mir etwas nehmen, was du selbst nur minimiert tust.

Und es heißt wieder überall nur ich. Dabei bist doch nur du es, was mir fehlt.